Kaffee & Kreatives (2): Ostereier färben

Mein Frühlingsstrauß mit Kaffeefilterblümchen erfreut mich gerade jeden Morgen, wenn ich in die Küche komme: Hach, Frühling! Ich bin überzeugt, dass es jetzt auch draußen endlich frühlingshaft sonnig und warm ist, liegt nur an den vielfältigen Frühlingslockversuchen ;-)

Und um aus Frühling Vorfreude auf Ostern zu machen, habe ich meinem Frühlingsstrauß ein Upgrade gegönnt: Ostereier! Und zwar natürlich mit Kaffee gefärbt.

Das hatte ich vorher noch nie probiert - mal irgendwann vor Jahren mit Zwiebelschalen. Aber das ist schon so lange her, das zählt schon gar nicht mehr. Dafür habe ich jetzt gleich zwei verschiedene Versionen ausprobiert. Einmal mit Kaffee pur. Und einmal mit zusätzlichen Zwiebelschalen. Einmal mit hart gekochten Eiern und dann auch noch einmal mit ausgepusteten, damit ich sie auch wirklich an meinen Strauch hängen kann...

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Für die hartgekochten Eier habe ich mich an diesem Rezept orientiert und einen Liter starken Kaffee gekocht. Diesen habe ich dann mit zwei Esslöffeln Essig aufgekocht und ca. eine halbe Stunde lang köcheln gelassen. Den Sud habe ich dann durch ein Sieb abgegossen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit habe ich mir Sekt- und Weingläser herausgesucht und in jedes ein Ei gelegt. Ich wollte unbedingt einen Ombre-Effekt ausprobieren - das finde ich auf Stoff auch so schön, mein Traum sind wehende Gardinen an einer offenen Veranda oder Terasse.... Joah. Zurück zum Thema: Mit dem abgekühlten Kaffeesud habe ich nach und nach die Gläser gefüllt. Also, wirklich nach und nach - insgesamt lagen die Eier fast 24 Stunden in der Farbe. Naturfarben brauchen länger um intensiv zu werden. Nicht wirklich ein Projekt für Kinder... Aber der intensive Braunton, der entstanden ist, gefällt mir richtig gut! Ich hatte ja gehofft, dass die Eier nach so langer Zeit im Kaffeesud auch ein bisschen Kaffee-Geschmack bekommen. Nein, leider nicht ;-)

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Wusstet Ihr, warum Ostereier gefärbt werden? Eine Erklärung, die mir gefällt und einleuchtet, ist diese: In der Fastenzeit durften keine Eier gegessen werden. Um die Eier, die ja aber natürlich trotzdem gelegt wurden, haltbar zu machen, wurden sie gekocht. Und dann auch gleich eingefärbt, um sie von den frischen besser unterscheiden zu können.

Eine andere: Ostereier oder Eier allgemein wurden als Zeichen für neues Leben und Fruchtbarkeit verschenkt. Um die Geschenke schöner zu machen, wurden sie kunstvoll bemalt. Wenn es nur um ein Symbol geht, muss man das Ei ja auch nicht mehr essen können - so wurden dann auch Eier aus anderen Materialien (Holz, Papier, Stoff,... ) und auch ausgeblasene Eier verschenkt. Die sind ja auch länger haltbar, da lohnt sich das aufwändige Färben und Bemalen viel mehr ;-)

Und so bin ich vorgegangen:

1) Eier waschen (wegen Salmonellen etc.), dann mit einer kleinen Nadel oben und unten jeweils ein Loch hineinprockeln und Eiweiß und Eigelb herauspusten. Je größer das Loch, desto leichter das Pusten - aber desto mehr Loch sieht man dann auch beim fertigen Ei. Da muss jede selbst wissen, was ihr wichtiger ist: Aufwand oder Aussehen. Ausgelasene Eier anschließend noch einmal ab- und auswaschen und dann trocknen lassen. Den Code kann man mit Essig gut entfernen - Ihr müsst aber darauf achten, den Essig entweder sehr gut wieder abzuwaschen oder das Ei gleichmäßig mit Essig abzureiben, da Ihr sonst Flecken auf den gefärbten Eiern habt (Leider habe ich das nicht bei allen Eiern so schön hinbekommen... ) Das Ei-Innere kühlen oder sofort weiterverarbeiten (Wir haben uns ein leckeres Frühlingsomelett aus dem Backofen gegönnt!)

2) Farbsud herstellen. Entweder nach dem gleichen Rezept wie oben oder nach einem anderen. Ich habe für Euch noch dieses mit roter Zwiebelschale ausprobiert: 100g Kaffeesatz (oder mehr - ich habe nicht so genau gemessen, sondern einfach genommen, was grad da war) mit einem Liter Wasser und der Schale einer roten Zwiebel aufkochen und dann ca. 30 Minuten ziehen lassen.

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3) Währenddessen die Eier verzieren: Ich habe mich für eine Upcycling-Variante entschieden und sie mit verschiedenen Gummis umwickelt oder in einem Stückchen Kartoffelnetz eingepackt, um weiße Muster auszusparen - also, überall, wo weder Gummi noch Netz war, wurde das Ei später braun gefärbt. Ihr kennt doch bestimmt auch alle die Eier, die mit Naturmaterialien wie Blättern etc. belegt und dann in einen Strumpf gepackt werden. Gleiches Prinzip :-)

4) Anschließend die Eier im Sud ca. 10 Minuten kochen lassen. Ausgeblasene Eier schwimmen gerne an der Oberfläche: Immer mal wieder herunter drücken und umdrehen. Laut Rezept wären die Eier so fertig. Meine hatten nach den 10 Minuten nur eine leicht gelbliche Farbe angenommen, die mir noch nicht intensiv genug war. Darum habe ich sie einfach noch über Nacht im Sud liegen gelassen. Am nächsten Morgen dann gründlich ab- und ausspülen (der Kaffeesatz geht durch die Löcher vom Auspusten in die Eier) und anschließend trocknen lassen. Wer es gerne glänzend mag, kann die Eier noch mit etwas Speiseöl einreiben - dann leuchten die Farben toll!

5) Für die Aufhängung ein Streichholz oder einen Zahnstocher in drei bis vier Stückchen zerbrechen, einen Faden (Nähgarn für die unsichtbare Variante, Geschenkband, wenn Ihr es auffälliger mögt) dran knoten und das Holzstückchen in das obere Loch stecken - wenn das Holzstückchen im Verhältnis zur Lochgröße nicht zu klein ist, rutscht es nicht wieder heraus, weil es sich im Innern des Eis verkantet.

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6) Jetzt könnt Ihr die Eier dann einfach aufhängen und genießen. Und hätte ich einen Ginsterstrauß, hätte ich das wohl auch so gemacht. Denn ich finde durch den Kaffee bekommen die Eier einen schönen warmen Braunton.

ABER: meine Äste haben bisher nur wenige und vereinzelte grüne Knospen - das ist mir schoh genug braun und es fehlt mir ein bisschen Farbe. Drum habe ich einige der fertig gefärbten Eier noch mit einigen Tupfen und Strichen Neon/Kupfer-Acryl-Farbe verziert. Rums, fertig ist mein Osterstrauß :-)

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Mit dem Kaffeesatz zu färben ist eine nette Idee. Und mir gefallen die entstandenen Eier im Prinzip gut. Aber es ist doch sehr aufwändig... und das Ergebnis nicht so verlässlich wie andere Färbemethoden. Einige Eier sind sehr fleckig geworden und im ersten Versuch habe ich sie zu früh aus der Farbe genommen, sodass sie sich eigentlich kaum von normalen braunen Eiern unterschieden haben... Hühner, die braune Eier legen, baden bestimmt in Kaffee!

Ich werde ihn in Zukunft wohl lieber wieder trinken ;-)

Herzlich

Eure Clara

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